Höheres Yoga - was ist das?

Viele von euch verfolgen auf Instagram mit, wie ich gerade eine weitere Ausbildung in Höherem Yoga absolviere. Was das eigentlich ist und warum es nur wenig mit körperlichen Übungen zu tun hat, erzähle ich dir in diesem Blogbeitrag!

Die meisten von uns lernen Yoga über den körperlichen Aspekt kennen, die sogenannte Asana-Praxis. Leider legt die moderne Yoga Industrie mittlerweile so viel Wert auf diesen Teil der Praxis, das die meisten Menschen sich nie über diesen physischen Aspekt hinausentwickeln, weil sie es nicht beigebracht bekommen. Das müssen wir aber ab einem bestimmten Punkt, wenn wir das eigentliche Ziel erreichen wollen - nämlich Yoga.


Yoga ist in seiner ältesten Definition "die stabile Kontrolle unserer Sinne". Patanjali hat das später abgewandelt in "Yoga Citta Vritti Nirodha", was so viel bedeutet wie: Yoga ist das Zur-Ruhe-Bringen der Bewegungen im Geist. Es geht also darum unseren Körper (Sinne) und Geist zu kontrollieren, damit sie nicht uns kontrollieren. Dazu müssen wir die höhere Intelligenz in uns reaktivieren, die uns den Weg zeigen kann zur wahren Essenz unseres Daseins. Sonst laufen wir unser Leben lang sinnbefreit körperlichen Vergnügungen hinterher, leiden, wenn wir altern, Gesundheit, Beziehungen, Ruhm oder materiellen Reichtum verlieren, weil wir anhaften und diese Dinge mit der Realität verwechseln. Die Realität ist aber reines Bewusstsein, absolute Stille, Frieden, Freiheit. Purusha ist alles. Der Raum in dem alles entsteht. Nur haben wir den Fokus meist auf den Dingen in diesem Raum, nicht aber auf dem Raum selbst. Aber dieser Raum existiert in jedem von uns. Unsere Intuition kann uns den Weg dahin zeigen, wie ein Spiegel. Dafür müssen wir aber lernen zuerst unsere Sinne zu kontrollieren. Denn ansonsten werden wir fehlgeleitet.


Das Ziel des Yoga muss also irgendwann sein sich vom physischen Körper zu lösen (nicht mehr emotional attached damit zu sein). Dafür brauchen wir kraftvollere Tools als nur die Arbeit mit dem Körper. Die Kerntexte des Yoga (und mittlerweile auch wissenschaftliche Studien) sehen die Asana-Praxis sogar als den am wenigsten effektiven Teil des Yoga an. Wir verwenden ihn im Idealfall nur ein paar Minuten am Tag, um körperliche Fehlhaltungen auszugleichen, den Fokus zu verbessern und so tiefer in die höheren Praktiken eintauchen zu können. Und diese sind im Tantra Yoga (nicht zu verwechseln mit der modernen körperfixierten Tantrabewegung): Pranayama und Meditation. Wir arbeiten also mit Atem, Fokus, Visualisierung und Mantra.


Pranayama, die Arbeit mit dem Atem, ist die Brücke zwischen Körper und Geist. Deswegen ist es essentiell eine bewusste Atmung bereits in der Asana-Praxis zu etablieren und darüber hinaus immer mehr Breathwork zu integrieren. So erhöhen wir unsere Konzentrationsfähigkeit für das wichtigste und kraftvollste Tool im Yoga: die Meditation. Yogische Meditationstechniken vereinen Stille und Fokus und dazu Visualisierung und Mantra, um den Effekt zu steigern. Nicht zu verwechseln mit den vielen Dingen, die heutzutage als Meditation bezeichnet werden, wie Trancen, Phantasiereisen oder Entspannung zu Musik.


Deswegen lasse dich am besten von einem/r erfahrenen Yogalehrer*in in die echte Meditation einführen, wenn Yoga dein Ziel ist. Das völlige Einssein mit allem was ist. Frei von Leid. Frei von Anhaftung an Menschen, Dinge oder Situationen. Einfach nur sein. In völliger Erfüllung.


In Liebe,

deine Steffi

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